Projekt Lilie

Privatschule Karibib: Die Schule, die eine Stadt begründete

Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Karibib eine Handelsniederlassung, Wasserstelle und ein kleiner Versorgungsort für die umliegenden Farmen. Am 1. Juli 1900 wurde die Eisenbahnlinie amtlich eröffnet, die Swakopmund und Windhoek verbinden sollte, und Karibib wurde Dreh- und Angelpunkt hektischer Aktivität.

Städte bestehen aus Familien, und Familien ihrerseits bestehen vornehmlich aus Kindern.

Am 1. Juni 1902 wurde eine kleine Schule eröffnet, die den Eisenbahnarbeiterkindern zur Verfügung stehen sollte. Die Schule hatte damals 8 bis 10 Kinder, und ihr Lehrer war Missionar Elger.

Im Jahre 1904 wurde ein Schulgebäude errichtet. Dieses wurde während des Hereroaufstandes zum Militärlazarett umfunktioniert. Es ist anzunehmen, dass ähnlich wie bei vielen anderen Schulen zu der Zeit der Unterricht abgebrochen wurde.

Im Dezember 1905 wurde der Kreisverwalter von Karibib informiert, dass die Regierung beabsichtigte, in dem Gebäude eine Schule zu eröffnen. Da das Gebäude jedoch nicht zur Verfügung stand, wurde im Jahre 1906 beschlossen, ein neues Gebäude zur errichten, welches noch im selben Jahr fertiggestellt werden sollte. Infolge von einigen Verzögerungen wurde die Schule jedoch erst am 1. April 1907 eröffnet, und der Unterricht konnte am nächsten Tag beginnen. Anfangs bestand die Schule aus dem Regierungslehrer Berger und 18 Schülern im Alter von 10 bis 14 Jahren.

Im Jahre 1910 hatte die Schule bereits 36 Schüler, und schon im Jahr 1911 wuchs diese Zahl auf 42 an. 1915 hatte die Schule inzwischen 69 Schüler und zwei Lehrer, Herrn Herlyn und seine Assistentin, Frau Heuer.

Im Jahre 1907 verschmolz die Schule mit der kleinen Familienschule der Familie Hälbich in Otjimbingwe. Nach dem 1. Weltkrieg entzog die Regierung der Schule die finanzielle Unterstützung, und die Schule war gezwungen, wieder als Privatschule zu fungieren.

Zu der Zeit besass die Schule 4 Klassenräume. Bis zum Jahre 1967 war die Schule auf 11 Klassenzimmer angewachsen und verfügte über 291 Schüler, 120 Mädchen und 171 Jungen. Es begann eine Expansionsphase, während der eine neue Turnhalle errichtet wurde mit Turngeräten und einem Kinoraum einschliesslich Vorführgeräten. Die alten Schulegebäude wurden umgebaut und durch moderne ergänzt. Die Schule verfügte bald unter anderem über einen Werkraum für Tischlerarbeiten, einen Haushaltsunterrichtsraum mit Näh- und Kochgeräten, einen Musikraum, Empfangsräume und schliesslich ein Sprachlabor.

Die Schule wurde als eine reine Privatschule bis ins Jahr 1982 betrieben, als sie ihr 75-jähriges Jubiläum feiern konnte. Veränderungen in der namibischen Wirtschaft und starke Konkurrenz von anderen deutschen Schulen führten schliesslich bei nur noch 4 Schülern zur endgültigen Schliessung der Schule im Jahre 1986.

Die Altschüler der Privatschule Karibib haben noch immer einen starken Einfluss auf die namibische Gesellschaft, und der Geist der Schule lebt fort im Projekt Lilie, einer Organisation, die sich für die Förderung der deutschen Sprache und Kultur einsetzt sowie für Diejenigen, die die Zukunft mit prägen sollen: die Lehrer.

Die Gebäude der Schule werden derzeit an die Karibib Private School vermietet, welche sich (ähnlich ihrem Vorgänger, der Privatschule Karibib) einen Namen gemacht hat als Institution, die über einen hervorragenden akademischen Standard verfügt und Schulabgänger produziert, die potentiell die Leitpersönlichkeiten der Zukunft sein könnten.

Mit Genehmigung der Internetseite Henckert Online entliehen und ins Deutsche übersetzt
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